Theodor Stöcker

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Seltenes Dokument: Handschrift Theodor Stöckers
Seltenes Dokument: Handschrift Theodor Stöckers

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Leben

Wilhelm Julius Theodor Stöcker wurde 1811 geboren und lebte in Berlin. Als Klavierbauer lernte er bei Jean Henri Pape und Heinrich Kisting.

Am 29. Mai 1865 besuchte Rudolf Ibach auf einer großen Rundreise die Stöckersche Werkstatt und notierte in sein Tagebuch:

"... zu Theodor Stöcker, Leipziger Straße, gegangen. Fabrikant von oberschlägigen Flügeln. Dieselben sind sehr schön gleichmäßig und wohlklingend, fast glockenartig. St. macht im Diskant auf der Platte eine eigene Vorrichtung zur Bequemlichkeit des Stimmens, während die Stimmnägel an dieser Stelle nur zum Aufziehen der Saiten dienen. ... Die Mechanik ist eigenthümlich und sehr compliciert. - St. baut nur diese Sorte von Flügel in 2 Größen, arbeitet sehr solide, ist mit seinem Fache sehr vertraut, macht kein Aufsehen mit seinen Fabrikaten, verkauft aber dabei sehr viel, u. macht gar nicht mit Händlern. St. betreibt sein Geschäft so, wie man eine Pianofortefabrik eigentlich betreiben soll, aber heutzutage nicht mehr kann. Wenn St. auf diese Weise ruhig fortarbeitet, so wird er bei dem Aufsehen und dem Geschrei, welches jetzt überall gemacht wird, der Welt bald unbekannt, und in sich selbst vergehen werden."

Theodor Stöcker unterhielt außerdem einen eigenen Konzertsaal in der Kochstraße 57 in Berlin, um seine Instrumente konzertant dem zahlungskräftigen Publikum näherzubringen. Konzerte sind von ca. 1844 bis in die Mitte der 1860er Jahre nachweisbar; für den Berliner Tonkünstlerverein war der Stöckersche Saal zugleich eine Art Domizil. So konzertierte u.a. der Berliner Komponist Friedrich Kiel nachweislich im Stöckerschen Saal.

Bei der Allgemeinen deutschen Industrie-Ausstellung 1854 in München war Stöcker als Sachverständiger Mitglied der Beurteilungs-Kommission für die ausgestellten Klaviere.

Stöcker starb 1878.

[bearbeiten] Instrumente

Von Ende der 1830er Jahre bis zur altersbedingten Schließung seiner Werkstatt baute er hauptsächlich ein einziges Flügelmodell in reiner Handarbeit: einen ca. 220 cm langen Konzertflügel mit oberschlägiger Mechanik, in Palisander furniert. Von den über 1.000 Instrumenten, die innerhalb seines 33-jährigen Wirkens entstanden, sind heute schätzungsweise noch vierzig erhalten.

Erhaltene Instrumente von Theodor Stöcker befinden sich heute u. a.

[bearbeiten] Literatur

  • Heiko Schwichtenberg: Der Klavierbauer Theodor Stöcker aus Berlin. Magisterarbeit bei Frau Helga de la Motte, Berlin: 1990.
  • Florian Speer: Ibach und die anderen. Rheinisch-Bergischer Klavierbau im 19. Jahrhundert. Wuppertal 2002 [recte: Neustadt an der Aisch: Ph. C. W. Schmidt 2002]. [Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde des Wuppertals Bd. 39] (enthält Tagebuchnotizen von Ibachs Besuch bei Stöcker).

[bearbeiten] Tonträger

  • Friedrich Kiel, Das Klavierwerk Vol. 1 (Oliver Drechsel), Verlag Dohr DCD009, 2002.
  • Friedrich Kiel, Das Klavierwerk Vol. 2 (Oliver Drechsel, Wilhelm Kemper), Verlag Dohr DCD011, 2003.
  • Friedrich Kiel, Das Klavierwerk Vol. 3 (Oliver Drechsel, Wilhelm Kemper), Verlag Dohr, DCD013, 2004.
  • Friedrich Kiel, Das Klavierwerk Vol. 4 (Oliver Drechsel, Wilhelm Kemper), Verlag Dohr, DCD023, 2007.

[bearbeiten] Links

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