Schweighofer
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[bearbeiten] Stammbaum
[bearbeiten] Firmengeschichte
[bearbeiten] Michael Schweighofer (1771-1809)
Michael Schweighofer wurde 1771 vermutlich in Bayern geboren.[1] 1792 eröffnete er eine Klavierbauwerkstatt in Wien, wo er am 11. Dezember 1801 den Bürgereid leistete. Schon acht Jahre später verstarb er am 29. Mai 1809. Seine Witwe heiratete den Klavierbauer Johann Joseph Promberger (1779-1834) und führte das Geschäft weiter.
[bearbeiten] Johann Michael Schweighofer (1806-1852)
Johann Michael Schweighofer wurde 1806 in Wien geboren und starb 1852. Das Klaviermacherhandwerk erlernte er zunächst bei seinem Stiefvater Johann Joseph Promberger. Mit 17 Jahren begab er sich auf Reisen nach Frankreich, England, Deutschland und die Schweiz, um weitere Kenntnisse über den Klavierbau zu sammeln. Nach Wien zurückgekehrt, gründete er 1832 ein eigenes Geschäft. Bei der 3. Wiener Gewerbsprodukten-Ausstellung 1845 wurden seine Hammerflügel und Klaviere mit einer Goldenen Medaille ausgezeichnet.
| Seriennummern nach Pierce | |
|---|---|
| Jahr | Nummer |
| nach 1845 | 616 |
| vor 1852 | 992 |
| 1880 | 8.000 |
| 1885 | 8.350 |
| 1890 | 8.700 |
| 1895 | 8.800 |
| 1900 | 9.000 |
| 1903 | 9.500 |
| 1904 | 10.150 |
| 1905 | 10.400 |
| 1910 | 10.800 |
| 1915 | 10.950 |
| 1920 | 11.000 |
| 1924 | 11.838 |
[bearbeiten] Carl Schweighofer (1839-1905) und Johann Michael Schweighofer jun. (1840-1889)
Carl Schweighofer wurde 1839 in Wien geboren und übernahm das Geschäft seines Vaters nach dessen Tod im Jahr 1852. Unter seiner Leitung erhielt die Firma weitere Preise bei der Münchner Industrie-Ausstellung 1854 eine Ehrenmünze "für Verfertigung guter Flügel und tafelförmiger Pianofortes in großem Maßstabe" und 1867 auf der Pariser Weltausstellung eine weitere Auszeichnung. Zu den Lehrlingen der Firma Schweighofer gehörte um 1860 auch Antonin Petrof (1839-1915), der 1864 eine eigene Klavierfabrik im böhmischen Hradec Králové eröffnete.
1867 trat auch Carls jüngerer Bruder Johann Michael jun. (1840-1889) als Teilhaber in das Geschäft ein, und gemeinsam führten sie die Firma unter dem Namen J. M. Schweighofer’s Söhne weiter. 1869 wurde ihnen der Titel „k. u. k. Hof Pianoforte Fabrikanten“ verliehen und auf der Wiener Weltausstellung von 1873 schließlich das "Ehrendiplom".
[bearbeiten] Johann Schweighofer (1874-1930)
Ende der 1920er Jahre teilte sich die Firma in zwei Stränge. Den einen führte Johann Schweighofer (1874-1930) weiter, den anderen übernahmen der Klavierhändler Bernhard Kohn und der Klavierbauer Friedrich Karbach. Um die produzierten Instrumente voneinander zu unterscheiden, brachte Karbach zusätzlich zur gemeinsamen Aufschrift „Schweighofer“ seinen eigenen Namen auf den Resonanzböden an.
1938 wurde die Firma von Kohn und Karbach geschlossen, da Kohn Jude war.
[bearbeiten] Instrumente
[bearbeiten] Michael Schweighofer
Erhaltene Instrumente von Michael Schweighofer befinden sich heute u. a.
- im KHM Wien: ein Hammerflügel, langovales bemaltes Porzellanschild mit der Darstellung einer auf einer Felsquelle ruhenden Amorette mit Lyra. Links und rechts als Felsinschriften: "Michael / Schweighofer", "Bürg. Instrument / mach. in / Wien." Auf dem Resonanzboden Druckzettel: "wohnhaft in der Alstervorstadt in der / Florianigasse, Nro. 24, ohnweit dem / goldenen Schlößel, in Wien." Nuss furniert. Kanten und Felder mit bronzenem Perlstab eingefasst. Reiche Bronzeauflagen. Vier eckige Spitzbeine. Pedallyra auf geschwungener Fußleiste zwischen den Vorderbeinen. Untertasten Bein, Obertasten Ebenholz. Länge 220 cm, Breite 114 cm, Gesamthöhe 86 cm, Korpushöhe 26,5 cm. Wiener Mechanik mit Stiefeldämpfung (von FF-f3) mit abnehmbarer Schutzkappe. Umfang FF-f4 (6 Oktaven). FF-a1 zweichörig, b1-f4 dreichörig. Eine eiserne Stimmstockspreize. Drei Holzpedale: Verschiebung, Dämpfung, Pianozug. Der Flügel wurde 1808 vom Wiener Seidenfabrikanten Joseph Breuss gekauft und seiner musikalischen Nichte, der Bäckerstochter Barbara Breuss, als Geschenk nach Feldkirch in Vorarlsberg übersandt.
- im GNM, Nürnberg: Hammerflügel von etwa 1835, Umfang: F1-f4, 2 Kniehebel, Wiener Mechanik, Signatur: MINe 122.
[bearbeiten] J. M. Schweighofer
Erhaltene Instrumente von Johann Michael Schweighofer befinden sich heute u. a.
- im GNM, Nürnberg
- im KHM Wien
- im Museum Schloss Kremsegg (Österreich): Hammerflügel op. 560, von etwa 1850, Länge 230 cm, CC-a4, Untertasten Elfenbein, Obertasten Ebenholz, Wiener Mechanik und Wiener Dämpfung, Eisenkonstruktion mit zwei Verstrebungen, Resonanzboden mit zwei Bass-Stegen, fünf Chor zweichörige Kupfer übersponnene Basssaiten, 13 Chor dreichörige Messingsaiten, Korpus mit halb offener Bodenplatte, Kirschbaum mit massiven Zierleisten, zwei Pedale: Dämpfung, Verschiebung
- in Privatbesitz in Rumänien: Hammerflügel op. 616
- in Privatbesitz: Hammerflügel op. 992, von etwa 1852, Länge 230 cm, AAA-a4, Untertasten Elfenbein, Obertasten Ebenholz, Wiener Mechanik mit Hebeldämpfung, Eisenkonstruktion mit drei Verstrebungen, Resonanzboden mit zwei Bass-Stegen, zwei Pedale: Dämpfung, Verschiebung
- im Musikmuseet Stockholm
- in der Nydahl Collection, Stockholm
[bearbeiten] Nachweise und Anmerkungen
- ^ Der Katalog des Kunsthistorischen Museums Wien nennt den angeblich bayerischen Ort "Rincha" als Geburtsort, der allerdings auf modernen Karten nicht ausfindig zu machen ist - ein Lese- oder Druckfehler?
[bearbeiten] Literatur
[bearbeiten] Quellen
- Die Pianoforte von Schweighofer, k. u. k. Hof Pianoforte Fabrikanten, Wien 1792*1832*1852*1892 [Festschrift zum 100-jährigen Firmenjubiläum]
[bearbeiten] Sekundärliteratur
- Katalog der Sammlung alter Musikinstrumente, I. Teil: Saitenklaviere, Wien: Kunsthistorisches Museum 1966, S. 38, 53-54.

