Ludwig van Beethoven
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[bearbeiten] Instrumente
- Carl Czerny berichtet in seinen Lebenserinnerungen, dass er im Winter 1799/1800 in Beethovens Wohnung am Tiefen Graben ein Klavier von Anton Walter gesehen hat, die "damals die besten" gewesen seien. Im November 1802 schreibt Beethoven in einem Brief an Nikolaus Zmeskall, dass er bereit ist, Walter 30 Dukaten für ein Klavier zu zahlen, obwohl er es von anderen Klaviermachern umsonst haben könnte:
- Sie können mein Lieber Z. dem Walter meine Sache immerhin in einer starken Dosis geben, indem er's erstens ohnedem verdient, dann aber drängt sich seit den Tägen, wo man glaubt, ich bin mit Walter gespannt, der ganze Klawiermacher schwarm, und will mich bedienen – und das umsonst, jeder von ihnen will mir ein Klawier machen, wie ich es will, so ist Reicha von demjenigen, von dem er sein Klawier hat, innigst gebeten worden, mich zu bereden, daß <ich>er mir dörfe ein piano forte machen, und das ist doch einer von den Brawern, wobey ich schon gute Instrumente gesehen – sie geben ihm also zu verstehen, daß ich ihm 30 # bezahle, wo ich es von allen andern umsonst haben kann, doch gebe ich nur 30 # mit der Bedingung daß es von Mahaghoni sey, und den Zug mit einer Saite will ich auch dabey haben, – geht er dieses nicht ein, so geben sie ihm unter den Fuß, daß ich einen unter den andern aussuche, dem ich dieses angebe, und den ich derweil auch zum Haydn führe, um ihn dieses sehen zu machen – heute kömmt ein fremder Franzose zu mir gegen zwölf uhr volti Subito da hat herr <walt> r.[eicha] und ich das vergnügen, daß ich auf dem piano von [Johann] Jakesch meine kunst zeigen muß – ad notam – wenn sie auch kommen wollten, so würden wir unß gut unterhalten, weil wir hernach Reicha, unser Miserabiler reichs-Baron auch, und der Franzose zusammen speisen – sie brauchen keinen Schwarzen Rok anzuziehen, da wir nur unter Männer sind – (Autograph)
- 1803 bekam Beethoven einen Hammerflügel von Sébastien Érard geschenkt, den er Mitte der 1820er Jahre an seinen Bruder Johann Beethoven (1776-1848) abtrat, der als Apotheker in Linz wirkte und das Instrument 1845 dem dortigen Oberösterreichischen Landesmuseum vermachte. Heute steht das Instrument im KHM Wien.
- 1815 erwähnt Beethoven Martin Seuffert und Johann Schantz in einem Brief an Joseph von Varena in Graz. Beethoven hatte sich im Auftrag Varenas in Wien nach einem Klavier für dessen Tochter umgesehen und antwortet nun, man könne ein gutes sechs-oktaviges entweder bei Schantz für 400 oder bei Seuffert für 460 Gulden bekommen:
- "Mein werther V.!
- Nicht wohl, sehr beschäftigt war es mir nicht möglich mich selbst zu erkundigen, bis gestern – nun meine Resultate Von Schanz können sie ein so gutes piano, als er sie nur immer zu liefern im Stande ist, für den Preiß von 400 fl. W.W. Sammt Emballage mit 6 – 8 ven haben – Seiffert verlangt 460 würde es wohl auch um 400 geben – Es giebt aber noch Brave meister, wie ich höre, wo man ein gutes dauerhaftes auch noch ziemlich unter dem Preiß von 400 fl. bekommen könnte. – das ist aber nicht alles gleich geschwind ausgesucht, gefunden – gut – wie sie es von Rechtswegen haben müßen. – daher müste ich mehr Zeit haben – Antworten sie mir nun bald ob sie derley Preise genehmigen, alsdenn haben sie in einigen Wochen ein gutes dauerhaftes Piano. – ..."
- 1818 bekommt Beethoven einen Hammerflügel von Thomas Broadwood geschenkt.
- 1824 baut Conrad Graf einen Flügel für Beethoven mit vierchörigem Saitenbezug, der die Lautstärke des Instruments erhöhen soll.
- Gerhard von Breuning[1] berichtet davon, dass Beethoven im Haus der Familie von Breuning in Wien auf einem Flügel von Joseph Brodmann, der einen Umfang von nur 5 1/2 Oktaven hatte und "damals zu den vorzüglichsten zählte", oft bis tief in die Nacht phantasierte. Jahre später spielte der junge Klavierschüler Gerhard dem bereits ertaubten Beethoven auf demselben Brodmann-Flügel vor.
[bearbeiten] Nachweise und Anmerkungen
- ^ Vgl. Breuning: Aus dem Schwarzspanierhause, S. 42 u. 103
[bearbeiten] Literatur
- Breuning: Gerhard von: Aus dem Schwarzspanierhause - Erinnerungen an Ludwig van Beethoven. Berlin, Leipzig 1907. 2. Nachdruck, Hildesheim: Olms 2003.
- Literatur von und über Ludwig van Beethoven im Katalog der Deutsche Nationalbibliothek

