Johannes Brahms

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Brahms am Klavier
Brahms am Klavier

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Brahms als Pianist

  • L.A. Zellner schrieb:
"Um Brahms als Klavierspieler richtig zu würdigen, muß man sich auf seinen Standpunkt stellen. Er gehört nicht zu jenen, die ein Stück jahrelang üben, um es mit vollendeter Glätte und auf den äußersten Effekt zugespitzt hinzustellen. Er hat vielleicht keines der Stücke die er spielte, so recht, wie man zu sagen pflegt, in den Fingern. Allein er hat sie alle im Kopfe. Er spielt Euch, wenn Ihr wollt, den ganzen Bach, den ganzen Beethoven, Schubert, Schumann daher. Und wenn da hin und wieder eine Note danebengeht, oder eine Nuance minder prononciert, eine Passage minder glatt zum Vorschein kommt, was liegt daran? Spielt er doch nicht Klavier, um Klavier, sondern um den Komponisten zu spielen! Und das kann er, dazu verfügt er über die ausreichendste Technik. Andere, die es nicht können, mögen am Mechanischen tifteln und feilen; von Brahms verlangt man so etwas gar nicht."[1]


[bearbeiten] Brahms und Bösendorfer

  • Brahms schreibt am 30. November 1862 an seine Eltern:
"Liebe Eltern, / Ich hatte gestern große Freude, mein Konzert ist ganz trefflich abgelaufen, viel schöner, als ich hoffte. [...] Ich bin sehr vergnügt, daß ich das Konzert gegeben habe. / Nun seid Ihr Eure Gäste wohl wieder los, und da findet sich auch wohl eine Minute Zeit, mir zu schreiben? / Teilt Herrn Marxsen diesen Brief mit und auch, daß Bösendorfer vor Neujahr keinen Flügel schicken könnte, da sie zu viel für Konzerte gebraucht werden. Soll ich mich nun um einen andern für ihn bekümmern, ich erwarte Ordre [...] Schreibt bald und habt lieb / Euern Johannes. / Herrn Marxsen herzliche Grüße und vergeßt nicht wegen Bösendorfer."[2]
  • Laut Max Kalbeck erzählte Brahms:
"'Als ich in Wien mit Bülow und den Meiningern mein B-dur-Konzert spielte, sagte ich Bösendorfer, ich brauchte keinen neuen Flügel auszusuchen, er möge mir nur den schicken, auf dem Bülow acht Tage vorher das d-moll-Konzert gespielt habe, von dessen Vortrag alle Welt entzückt war. Nach dem zweiten Konzert hieß es dann: 'Schade, daß Bülow damals nicht dasselbe Klavier hatte wie Brahms, das d-moll-Konzert hätte dann noch einmal so schön geklungen.' Für mich und mein Klavierspiel hatte kein Mensch ein Wort der Anerkennung. Nun machte es mir doch Freude, daß die Leute wenigstens indirekt meinen Anschlag lobten.'"[3]
"Daß sich Brahms öfters unter den Zuhörern bei Bösendorfer befand, wußten weder die Künstler noch das Publikum. Wie in den Latomien von Syrakus lauschte dort ein Ohr des Dionys, von dessen Existenz außer wenigen Eingeweihten niemand eine Ahnung hatte. An das Dach des Konzertsaales stieß ein leerer Bodenraum, der einige Zeit als Archiv benutzt worden war. Dort mußte der erste Saaldiener allabendlich einen Sessel für den unsichtbaren, nicht allzu häufigen Gast bereit halten. Sobald die Leute im Saal waren und die Musik begann, schlich Brahms über die eiserne Wendeltreppe, die von der Garderobe hinaufführte, nach oben und blieb dort, solange es ihm behagte, um dann ebenso geräuschlos wieder zu verschwinden."[4]

[bearbeiten] Nachweise und Anmerkungen

  1. ^ Kalbeck: Johannes Brahms, 2. Band, S. 27
  2. ^ Kalbeck: Johannes Brahms, 2. Band, S. 28-30.
  3. ^ Kalbeck: Johannes Brahms, 3. Band, S. 493.
  4. ^ Kalbeck: Johannes Brahms, 4. Band, S. 428.

[bearbeiten] Literatur

  • Kalbeck, Max: Johannes Brahms. 4 Bände (8 Halbbände), 1904-1914; Faksimile-Nachdruck Tutzing: Schneider 1976.

[bearbeiten] Links

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