Bösendorfer
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[bearbeiten] Firmengeschichte
[bearbeiten] Ignaz Bösendorfer (1794-1859)
Ignaz Bösendorfer (manchmal auch "Besendorfer") wurde am 27. Juli 1794 (nach anderen Quellen am 28. Juli 1796) in Wien als Sohn eines Tischlers geboren. Mit 19 Jahren ging er bei Joseph Brodmann in die Lehre als Orgel- und Klaviermacher. Mit Dekret vom 25. Juli 1828 verkaufte Joseph Brodmann seine Werkstatt an Bösendorfer. Bösendorfer erhielt am 28. Juli 1828 die Erlaubnis, das Klaviermachergewerbe auszuüben. Zugleich wurden ihm Bürger- und Meisterrechte verliehen. Zunächst verkaufte er seine Flügel mit der Aufschrift "Ignaz Bösendorfer / Bürger in Wien / vormals Brodmann". 1839 erhielt Bösendorfer bei der Wiener Industriemesse eine goldene Medaille und wurde im selben Jahr von Kaiser Ferdinand I. zum "k. k. Hof- und Kammer Pianoverfertiger" ernannt. Auch bei der 3. Wiener Gewerbsprodukten-Ausstellung 1845 erzielte Bösendorfer einen ersten Preis.
Er behielt die "Wiener Mechanik" bei und verwendete eine stärkere Bespannung, um dadurch einen kräftigeren Ton für seine Instrumente zu erzielen.
1857 waren die bisherigen Fertigungsstätten zu klein geworden und der Neubau einer Klavierfabrik in Wien-Alsergrund wurde von Ignaz Bösendorfer initiiert. Deren Fertigstellung sollte er jedoch nicht mehr erleben, er starb am 14. April 1859 in Wien.
[bearbeiten] Ludwig Bösendorfer (1835-1919)
Ludwig Bösendorfer wurde am 10. April (nach anderen Quellen auch am 28. Juli) 1835 in Wien geboren. Nach einer zweijährigen Ausbildung am Wiener Polytechnischen Institut trat er 1852 in den väterlichen Betrieb ein. Nach dem Tod des Vaters übernahm er im Jahr 1859 die Leitung der gerade in Betrieb genommenen neuen Fabrik vor dem Schottentor. 1871 verlegte er die Fabrik in den IV. Bezirk (heute Starhemberggasse 14) und bezog Büro- und Verkaufsräume im Palais Liechtenstein in der Herrengasse 6. Die Reitschule des Palais baute er um zu einem Konzertsaal, der als "Bösendorfersaal" bis zu seinem Abriss im Jahr 1913 ein wichtiger Ort des Wiener Musiklebens wurde. Die engen Beziehungen zwischen Bösendorfer und der Gesellschaft der Wiener Musikfreunde führten dazu, dass die Geschäftsräume 1913 in das Gebäude der Gesellschaft verlegt wurden.
Max Kalbeck charakterisiert Bösendorfer in seiner Johannes Brahms-Biographie wie folgt:
- "Da war der edelmütige Protektor der musikalischen Jugend und Freund Liszts, Rubinsteins und Bülows, der »k.k. Hof- und Kammerklaviermacher« Ludwig Bösendorfer, der Inhaber der weltbekannten Firma und des in der Geschichte des Wiener Konzertwesens eine erste Rolle spielenden Bösendorfer-Saales, ein bürgerlicher altwiener Elegant mit glänzendem schwarzen »Stößer« und erdfarbenem Sakkopaletot, der im eigenhändig gelenkten Viererzuge von Wien nach Ischl kutschierte und Visitkarten für lästige Schwätzer in der Tasche bereit hielt, mit der in Kupfer gestochenen Aufschrift: »L.B. ist zu seiner Erholung in Ischl.«"[1]
Ludwig Bösendorfers Instrumente wurden u. a. von Johannes Brahms und Anton Bruckner gespielt.
Am 9. Mai 1919 starb Ludwig Bösendorfer in Wien.
[bearbeiten] Die Ära Hutterstrasser
Da Ludwig Bösendorfer ohne Nachkommen blieb, verkaufte er das Familienunternehmen 1908/09 an seinen Freund Carl Hutterstrasser (1863-1942). Die beiden Weltkriege brachten auch der Firma Bösendorfer erhebliche Rückschläge. Carl Hutterstrasse starb 1942 und hinterließ das Unternehmen seinen Söhnen Alexander und Wolfgang.
[bearbeiten] Verkauf an Kimball
Da 1966 kein Mitglied der Familie Hutterstrasser das Unternehmen weiterführen wollte, wurde Bösendorfer an den amerikanischen Konzern Kimball verkauft.
[bearbeiten] Rückkauf durch Bawag
Im Jahr 2002 erwarb die österreichische Bawag-Bankgruppe Bösendorfer "zurück in die Heimat".
| Seriennummern nach Pierce | |
|---|---|
| Jahr | Nummer |
| 1828 | 4 |
| 1830 | 200 |
| 1840 | 490 |
| ca. 1848 | 1.417 |
| 1850 | 3.000 |
| 1860 | 5.000 |
| 1870 | 6.400 |
| 1875 | 8.000 |
| 1880 | 9.300 |
| 1885 | 10.800 |
| 1890 | 12.200 |
| 1895 | 13.870 |
| 1900 | 15.640 |
| 1905 | 17.620 |
| 1910 | 19.640 |
| 1915 | 21.370 |
| 1920 | 22.530 |
| 1925 | 23.880 |
[bearbeiten] Instrumente
[bearbeiten] Ignaz Bösendorfer
Instrumente von Ignaz Bösendorfer befinden sich heute
- im Besitz des Verein Musikwochen Millstatt in Kärnten (Österreich); dieser Flügel trägt die Aufschrift "Ig. Besendorfer, Schüler des Brodmann in Wien, Josephstadt 43" und war möglicherweise sein Meisterstück
- in der Frederick Historic Piano Collection
- im Museum tschechischer Musik, Prag
[bearbeiten] Bösendorfer
Instrumente der Firma Bösendorfer befinden sich heute
- im GNM Nürnberg
- im KHM Wien
- im MKG Hamburg
- in der Cantos Music Collection, Calgary (Kanada)
- im Musikmuseet Stockholm
- im Pianomuseum Haus Eller, Bergheim (bei Köln)
- in Villa Koecher, Halberstadt (D)
[bearbeiten] Nachweise und Anmerkungen
- ^ Kalbeck: Johannes Brahms, 4. Band, S. 173.
[bearbeiten] Literatur
[bearbeiten] Quellen
- Kalbeck, Max: Johannes Brahms. 4 Bände (8 Halbbände), 1904-1914; Faksimile-Nachdruck Tutzing: Schneider 1976.
[bearbeiten] Sekundärliteratur
- Katalog der Sammlung alter Musikinstrumente, I. Teil: Saitenklaviere, Wien: Kunsthistorisches Museum 1966, S. 57-59, 61-62, 76-77.
- Kunz, Johannes: Bösendorfer. Eine Legende lebt. Wien: Molden Verlag 2002. ISBN 3-85485-090-5
- Wiesenfeldt, Christiane: Adel verpflichtet. Die Klavierfabrik Boesendorfer aus Wien feiert ihr 175-jähriges Jubiläum. In: Die Tonkunst online, Ausgabe 0307 (1. Juli 2003) als pdf-Datei
[bearbeiten] Links
- Ignaz Bösendorfer im Fotoarchiv
- Bösendorfer im Fotoarchiv
- Ludwig Bösendorfer im aeiou Österreich Lexikon
- Homepage der Firma Bösendorfer
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ignaz Bösendorfer |
| GEBURTSDATUM | (28. Juli 1796) 28. Juli 1796 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 14. 4. 1859 |
| STERBEORT | Wien |



