Ibach

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Seriennummern
nach Pierce
Jahr Nummer
1820 464
1830 701
1840 1.189
1845 1.603
1850 1.906
1855 2.600
1860 2.900
1865 3.450
1870 3.800
1875 5.400
1880 7.800
1885 12.500

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Firmengeschichte

[bearbeiten] Johann Adolph Ibach (1766-1848)

1794 baute Johann Adolph Ibach (1766-1848) in Beyenburg, einem kleinen Dorf, das heute in Wuppertal eingemeindet ist, sein erstes Tafelklavier. 1795 vollendete er als erste größere Orgelarbeit die Restaurierung der Orgel des Kreuzherren Klosters. Noch vor 1800 verlegte er seine Werkstatt ins benachbarte Barmen, wo er anfangs im Ortsteil Wupperfeld in einer gemieteten Werkstatt tätig war. 1817 baute er schließlich auf halbem Weg zwischen Barmen und Elberfeld (im heutigen Stadtgebiet Wuppertal ein neues Wohn- und Fabrikgebäude. Klavierbau und Orgelbau wurden zunächst nebeneinander betrieben. Dominant war der Klavierbau, doch schon bei der nachfolgenden zweiten Generation verschoben sich die Gewichte, als der Orgelbau einen ungeheuren Aufschwung nahm.

[bearbeiten] Carl Rudolf Ibach (1804-1864)

Carl Rudolf Ibach (1804-1864) übernahm mit seinem Bruder Richard 1839 den väterlichen Betrieb. In den folgenden Jahren stellte Ibach bei verschiedenen Messen aus und gründete Verkaufs-Niederlassungen in Düsseldorf, Bonn und Essen. Carl Rudolf Ibach engagierte sich als Stadtverordneter in seiner Vaterstadt Barmen und als Förderer des Musiklebens. Bis zu Beginn der 1850er Jahre war Ibach mit den Kölner Klavierbauern Eck und Carl Julius Gebauhr in Königsberg einer der größten Klavierhersteller im Königreich Preußen und betrieb verstärkt den Export ins europäische Ausland, insbesondere in die Niederlande.

Zwischen 1862 und 1898 eröffnete Gustav Adolf Ibach in Barmen ein Konkurrenzunternehmen zum Stammbetrieb unter dem Namen G.A. IBACH.

[bearbeiten] Peter Adolph Rudolph Ibach (1843-1892)

1869 trennten sich die Sparten Orgelbau unter der Leitung von Richard Ibach und Klavierbau unter der Leitung von Carl Rudolfs Sohn Peter Adolph Rudolph (1843-1892). Unter dem Namen RUD. IBACH SOHN wurde noch eine zeitlang im gleichen Gebäude mit den Orgelbauern produziert, bis P.A. Rudolf Ibach eine eigene Fabrik in unmittelbarer Nachbarschaft errichten konnte. Seine Ära ist vor allem durch die Ausweitung des Unternehmens auf vielfältigen Gebieten geprägt. Selbst künstlerisch tätig, er malte gerne, knüpfte er enge Kontakte zur Düsseldorfer Kunstakademie und war mit vielen Musikern befreundet, so z.B. mit Franz Liszt, Johannes Brahms oder Richard Wagner. Er schrieb die ersten Architekten- und Künstler-Wettbewerbe zur Gestaltung von Klaviergehäusen aus und durfte auf der Wiener Industrie-Ausstellung 1873 die höchste Auszeichnung entgegennehmen, der viele weitere folgen sollten. Peter Adolf Rudolf Ibach vergrößerte die Firma. Ein Verkaufslager mit Kunstschreinerei in Köln kamen hinzu, sowie eine 2. Fabrik in Schwelm. Er begründete in seiner Barmer Fabrik ein öffentliches Instrumentenmuseum sowie die erste Musikbibliothek Wuppertals. IBACH-Vertretungen entstanden in Hamburg, Frankfurt, Bremen, Berlin, Düsseldorf und London. In der Nachfolge der Düsseldorfer IBACH-Niederlassung steht heute das Steinway-Haus Heinersdorff.

[bearbeiten] Hulda Ibach (1845-1921)

Als P.A. Rudolph Ibach 1892 während einer Kur plötzlich starb, übernahm seine Witwe Hulda Ibach geb. Reyscher (1845-1921) das Unternehmen und führte es über zwölf Jahre, bis sie die Firma ihren Söhnen übergeben konnte. Während ihrer Ära entstand neben den „Alltagsinstrumenten“ eine Fülle künstlerisch gestalteter Klaviere und Flügel sowie eine Reihe von Erfindungen und Neuerungen: der Transponierflügel (Patent Kraus/Ibach), die Bogenklaviatur (Patent Clutsam), die Strahlenklavieratur (Patent Schulz/Ibach) das Ibachord (=Konzert-Cembalo), das Dirigentenpult-Klavier, die Jankó-Klaviatur (Patent Jankó), Ibachiola, Ibach-Welte-Flügel und Ibach-Welte-Pianino. Die Berliner Verkaufs-Niederlassung wurde zu einer 3. Fabrik ausgebaut und außer auf dem westeuropäischen Markt war Ibach stark in Mittel- und Südamerika, im Baltikum und in Russland vertreten.

[bearbeiten] Albert Rudolf Ibach (1873-1940)

Mit Albert Rudolf Ibach und seinen Brüdern übernahm 1905 die vierte Generation die Leitung des Unternehmens. Die bewährte Firmenstrategie wurde fortgeführt, Künstlerkontakte weiter ausgebaut, eigene Konzertsäle in Düsseldorf, Berlin und Köln errichtet. Der I. Weltkrieg und die Nachkriegsjahre brachten den Klavierherstellern empfindliche Rückschläge: Die Märkte in Amerika und Rußland gingen für den deutschen Klavierexport verloren und die Erfindung von Radio und Grammophon ließ viele potentielle Kunden auf eigenes Musizieren verzichten. Mit der Krisenzeit der ausgehenden 1920er Jahre setzte ein Klavierfabrik-Sterben ein, das auch die „Großen“ nicht verschonte. Ibach überstand diese Zeit, jedoch mit argen Blessuren.

[bearbeiten] Johann Adolf Ibach (1911-1999)

Mit dem seit den 1920er Jahren verstärkt einsetzenden Wohnungs- und Siedlungsbau änderte sich das Käuferinteresse. Dem wurde Rechnung getragen durch die Entwicklung eines Kleinklavieres, das sich schon bald großer Beliebtheit erfreute. Dieser Aufgabe hatte sich vor allem Johann Adolf Ibach gewidmet, der - als Soldat eingezogen - die Leitung der Firma nach dem Tod des Vaters in fünfter Generation übernehmen musste. Der II. Weltkrieg brachte mit seinen Verwüstungen auch große Verluste für IBACH. Der Barmer Sitz, das Stammhaus, musste aufgegeben werden. Aus stadtplanerischen Gründen war ein Wiederaufbau in Wuppertal nicht möglich, so wurde das Schwelmer Zweigwerk nach 1945 zum Hauptsitz des Unternehmens, wo unter größten Anstrengungen bereits zu Beginn der 1950er Jahre die Produktion wieder aufgenommen werden konnte. Lohn dieser Mühe war eine neue Blütezeit in den 1960er und 70er Jahren.

[bearbeiten] Rolf Ibach (*1940)

Heute wird das Haus IBACH in der 6. Generation von Rolf Ibach geführt. Unter seiner Regie wird wieder verstärkt der Bau künstlerisch gestalteter Instrumente betrieben.

[bearbeiten] Instrumente

Instrument von Ibach wurden von Alfred Jaëll, Mortier de Fontaine und Charles Hallé gespielt.

Kuriose Randbemerkung: In "Road to Perdition" ist kurz ein Flügel von "Rud. Ibach & Sohn" im Bild zu sehen, an dem Paul Newman und Tom Hanks zusammen spielen.

Ibach-Instrumente befinden sich u.a. in folgenden Museen:

  • im Pianomuseum Haus Eller, Bergheim (bei Köln): Großer Salonflügel (1897) Modell Fl 35 #30872 mit Strahlenklaviatur

[bearbeiten] Literatur

[bearbeiten] Links

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