Anton Walter

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Anton Walter(1752-1826)
Anton Walter
(1752-1826)

Inhaltsverzeichnis

Leben

Anton Walter wurde am 5. Februar 1752 im schwäbischen Neuhausen an der Fildern geboren. Noch vor 1780 kam er nach Wien, wo er die Witwe des Orgelbauers Franz Schöfstoß heiratete und dadurch eine Konzession für den Bau von Instrumenten erhielt.
Über den Ort seiner Werkstatt gehen die Angaben auseinander. Einerseits soll Walter von 1780 bis 1825 eine Werkstatt im sogenannten "Fokanetischen Haus" mit der Adresse "Auf der Laimgrube 27" geführt haben.[1] Andererseits soll er sich in der Laimgrube 31 niedergelassen und 1792 ein größeres Anwesen in der Rothgasse 523 erworben haben.[2]
1790 erhält Walter den Titel eines "k. k. Kammerorgelbauers und Instrumentenmachers"[3]. Am 4. Juli desselben Jahres erwähnt ihn Joseph Haydn in einem Brief an Marianne von Genzinger und nennt ihn seinen Freund, "der dermahlen sehr berühmt ist" und von dem er "alle Jahre sehr viel höflichkeiten Empfange".
Das "Jahrbuch der Tonkunst in Wien und Prag" nennt Walter 1796 "denjenigen Künstler, der sich bisher am berühmtesten gemacht hat, und der gleichsam der erste Schöpfer dieses Instruments bei uns ist" und teilt den Wiener Klavierbau in zwei originale Klassen, die Schule gemacht hätten: die Anton Walters und die Nannette Streichers.
Carl Czerny berichtet in seinen Lebenserinnerungen, dass er im Winter 1799/1800 in Ludwig van Beethovens Wohnung am Tiefen Graben ein Klavier von Walter gesehen hat, die "damals die besten" gewesen seien. Im November 1802 schreibt Beethoven in einem Brief an Nikolaus Zmeskall, dass er bereit ist, Walter 30 Dukaten für ein Klavier zu zahlen, obwohl er es von anderen Klaviermachern umsonst haben könnte:

"Sie können mein Lieber Z. dem Walter meine Sache immerhin in einer starken Dosis geben, indem er's erstens ohnedem verdient, dann aber drängt sich seit den Tägen, wo man glaubt, ich bin mit Walter gespannt, der ganze Klawiermacher schwarm, und will mich bedienen – und das umsonst, jeder von ihnen will mir ein Klawier machen, wie ich es will, so ist Reicha von demjenigen, von dem er sein Klawier hat, innigst gebeten worden, mich zu bereden, daß <ich>er mir dörfe ein piano forte machen, und das ist doch einer von den Brawern, wobey ich schon gute Instrumente gesehen – sie geben ihm also zu verstehen, daß ich ihm 30 # bezahle, wo ich es von allen andern umsonst haben kann, doch gebe ich nur 30 # mit der Bedingung daß es von Mahaghoni sey, und den Zug mit einer Saite will ich auch dabey haben, – geht er dieses nicht ein, so geben sie ihm unter den Fuß, daß ich einen unter den andern aussuche, dem ich dieses angebe, und den ich derweil auch zum Haydn führe, um ihn dieses sehen zu machen – heute kömmt ein fremder Franzose zu mir gegen zwölf uhr volti Subito da hat herr <walt> r.[eicha] und ich das vergnügen, daß ich auf dem piano von [Johann] Jakesch meine kunst zeigen muß – ad notam – wenn sie auch kommen wollten, so würden wir unß gut unterhalten, weil wir hernach Reicha, unser Miserabiler reichs-Baron auch, und der Franzose zusammen speisen – sie brauchen keinen Schwarzen Rok anzuziehen, da wir nur unter Männer sind –" (Autograph)

1804 war Walters Betrieb auf eine Größe angewachsen, die es ihm erlaubte, 20 Gesellen zu beschäftigen, darunter auch Martin Seuffert. Irgendwann nach 1810 trat sein Stiefsohn Johann Joseph Schöfstoß in den Betrieb ein.
Anton Walter starb am 11. April 1826 in Wien.

Instrumente

Instrumente von Anton Walter befinden sich u. a.

Instrumente von Anton Walter & Sohn befinden sich heute

Nachweise und Anmerkungen

  1. ^ Katalog der Sammlung alter Musikinstrumente, I. Teil: Saitenklaviere, Wien: Kunsthistorisches Museum 1966, S. 29.
  2. ^ Konstantin Restle: Faszination Klavier. Die Erfolgsgeschichte des Pianoforte. In: Faszination Klavier. 300 Jahre Pianofortebau in Deutschland. Hg. v. Konstantin Restle. München: Prestel 2000, S. 85.
  3. ^ nach Restle "k. k. Hof- und bürgerlicher Orgel- und Instrumentenbauer"

Literatur

Quellen

  • Carl Czerny: Lebenserinnerungen. Autograph im Besitz der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde.
  • Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag, 1796. Im von Schönfeldischen Verlag.
  • Joseph Haydn, Gesammelte Briefe und Aufzeichnungen. Hg. v. H. C. R. Landon und D. Bartha. Kassel/Basel 1965, S. 244.
  • Ludwig van Beethoven: Briefe. Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Br 269
  • Nohl, Ludwig: Musikerbriefe, Leipzig 1867, S. 73ff.
  • Rohrer, Josef: Bemerkungen auf einer Reise. Wien 1804, S. 288.

Sekundärliteratur

  • Franz, G. v.: Mozarts Klavierbauer Anton Walter. In: Neues Mozart-Jahrbuch I, Regensburg 1941.
  • Haas, R.: Bach und Mozart in Wien. Wien 1951.
  • Hirt, F. J.: Meisterwerke des Klavierbaus. Olten 1955.
  • Katalog der Sammlung alter Musikinstrumente, I. Teil: Saitenklaviere, Wien: Kunsthistorisches Museum 1966, S. 29-30, 32.
  • Luithlen, V.: Der Eisenstädter Walterflügel. In: Mozart-Jahrbuch 1954. Salzburg 1955.
  • Pohl, C. F.: Joseph Haydn, II, Leipzig 1882, S. 157f.
  • Rück, U.: Mozarts Hammerflügel erbaute Anton Walter. In: Mozart-Jahrbuch 1954. Salzburg 1955.
  • Schurich, H.: W. A. Mozarts Originalinstrumente im Mozart-Museum zu Salzburg. Salzburg 1959.
  • Steglich, R.: Studien an Mozarts Hammerflügel. In: Neues Mozart-Jahrbuch I, Regensburg 1941.

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